Um den Wesensee (Informationen 2/2 zu Bild 1) Zum Verzeichnis der Informationenzum Bild zurück
   
Am 4. Oktober 2004 begannen die Abrissarbeiten an der Brücke, am 30. Oktober 2004 erfolgte die Demontage der ersten Bogenelemente. Trotz Regens sahen mehrere hundert Neugierige zu. Viele - vor allem ältere - Bewohner der Stadt standen schweigend auf der Baustelle. Am 21. Januar 2005 war die Brücke vollständig abgebrochen. Nach Errichtung der Brückenwiderlager und neuen Stützen in monolithischer Stahlbetonbauweise wurden am 23. und 24. April 2005 insgesamt 12 Stahl-Beton-Verbundelemente auf die neue Brücke gehoben. Diese Verbundelemente sind zwar technisch gesehen nicht neu, doch noch relativ wenig weit verbreitet. Sie zeichnen sich durch sehr leichte Bauweise bei hoher Tragkraft aus. Auf den vertikalen Stahlträgern befindet sich eine dünne Betonschicht, welche bereits Anker für die spätere bewehrte Ortbetondecke enthält.

Die Stahlträger wurden in Niesky gefertigt. Anschließend transportierte man sie nach Vilshofen ins Betonwerk. Hier wurde der Ortbetonflansch hergestellt. Danach wurden die Elemente nach Eberswalde transportiert. Die Elemente waren circa 2,80 Meter breit, 35 Meter lang und 40 Tonnen schwer. Volle Tragfähigkeit erreichte die Brücke durch eine circa 20 Zentimeter Ortbetonergänzung, die in einem Stück bezoniert wurde. Das „Feste Lager“ der Brücke befindet sich auf dem westlichen Pfeiler der Brücke. Beide Widerlager und der östliche Pfeiler erhielten bewegliche Lager. Um die Verschiebungen der Brücke durch beispielsweise Bremsen, Anfahren, Temperatur auszugleichen wurden an beiden Widerlagern Fahrbahnübergänge angeordnet. Das westliche Widerlager erhielt einen einfachen Fahrbahnübergang, auf der östlichen Seite wurde ein doppelter Übergang mit Wartungsgang eingebaut.

Am 4. Oktober 2006 wurde die neue Bahnhofsbrücke fertiggestellt und vom brandenburgischen Infrastrukturstaatssekretär Reinhold Dellmann für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Der Neubau erfolgte als Dreifeldbrücke in Stahlverbundkonstruktion. Die Gesamtstützweite hat eine Länge von 95,5 Meter, die Nutzbreite beträgt 23,2 Meter. Die Konstruktion ist mit Geh- und Radwegen, Blindenleitstreifen, Straßenbeleuchtung und Oberleitungen für den Oberleitungsbus ausgestattet. Die Brücke überführt zehn Gleise der Deutschen Bahn.