Zum Brodtener Steilufer (Informationen 1/2 zu Bild 9) Zum Verzeichnis der Informationenzum Bild zurück
   
Brodtener Steilufer (Quelle)

Vom Eldorado der Strandpiraten zum Rückzugsort der Uferschwalben – das Brodtener Steilufer mit seinen zum Teil bizarr geformten Abhängen ist eine wunderschöne Umgebung für ausgedehnte Spaziergänge. Im Mittelalter trieben Strandpiraten ihr Unwesen, zündeten Leuchtfeuer an, um Schiffe auf die vorgelagerten Sandbänke zu locken und auszuplündern. Doch diese düsteren Zeiten sind lange vorbei – im 19. Jahrhundert „entdeckten“ immer mehr Sommergäste des aufstrebenden Kurbades die Hermannshöhe mit dem Seetempel als idealen Ausflugsort. 4 km zieht sich das gefurchte, mit unter turmhohe Kliff des Brodtener Steilufers. Die gesamte Landschaft wird Brodtener Winkel genannt. Sie steht komplett unter Landschaftsschutz.

Die Ostsee schuf im Laufe der Jahrhunderte die Steilküste – und noch heute „knabbern“ Meer und Wind am Brodtener Steilufer, bis zu einen Meter pro Jahr nimmt sich die See und spült sie ein paar 100 Meter weiter am Strand von Travemünde oder Priwall wieder an.

Wo das Meer ungehindert zupackt, entsteht ein Steilhang, aktives Kliff genannt. Es ist direkt den Angriffen der Wellen ausgesetzt und dient den seltenen Uferschwalben als Brutplatz; hier nisten sie in Höhlen innerhalb der Wand. In Richtung Niendorf wird der südliche Teil des Abhangs zum passiven Kliff – die Erosion ist dort weitgehend beendet, die ehemalige Abbruchkante wurde von dichter Vegetation „zurückerobert“.

Jahresvögel: Stockente, Höckerschwan, Blessralle, Mittelsäger, Kormoran / Brutvögel im Frühjahr und Sommer: Uferschwalben / Wintergäste: Eiderente, Reiherente, Bergente, Haubentaucher / Am Brodtener Steilufer siedeln sich bevorzugt Pflanzen an, die zum ungestörten Wachstum freien Boden benötigen – das aktive Kliff ist ihre ideale Nische, denn das Meer hält es immer wieder in Bewegung. / Pflanzen: Huflattich, Kamille, Meersenf, Flechtstraußgras, Acker-Gauchheil, Ackerwinde