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Geschichte des Landes Sachsen-Anhalt (Quelle)
 
Einleitung

Das Land Sachsen-Anhalt hat als selbständiger deutscher Teilstaat nur von 1947 bis 1952 bestanden. Es war im Zuge der Neugliederung der Sowjetischen Besatzungszone als eines der fünf Länder geschaffen worden und setzte sich zusammen aus der ehemaligen preußischen Provinz Sachsen (nicht zu verwechseln mit dem Freistaat Sachsen), dem Land Anhalt und einigen kleineren ehemals braunschweigischen und thüringischen Territorien. Das ganze Gebiet war seit dem 10. Jahrhundert ein wichtiger Schauplatz in der Geschichte des Reiches.

Der mitteldeutsche Raum, vor allem das heutige Sachsen-Anhalt und Thüringen, bietet im Verlauf seiner Geschichte bis in das 19. Jahrhundert ein Bild der Zersplitterung, eine Kleinstaaterei, wie sie sonst nur noch im deutschen Südwesten anzutreffen ist. Im Gegensatz zu den anderen vier Ländern besitzt Sachsen-Anhalt daher nicht ein beherrschendes, sondern mehrere historische Zentren, deren Anfänge auf die fränkisch-sächsische Expansion an der Elbe-Saale-Linie zurückgehen.
 

Fränkische Herrschaft

Das Gebiet Sachsen-Anhalts gewann eine erste, wenn auch nur schemenhafte, historisch greifbare Gestalt mit dem Großreich der Thüringer. Dieses Reich, ein politischer Zusammenschluß verschiedener germanischer Völkerschaften, entstand im Zuge der großen europäischen Völkerwanderung des 3. bis 5. Jahrhunderts. Es blieb ein kurzlebiges staatliches Gebilde, das im Jahr 531 dem ausgreifenden Fränkischen Reich militärisch unterlag. Sein südlicher Teil, worunter auch das heutige Land Thüringen fällt, geriet unter fränkische Oberhoheit.