Im Schenken-Ländchen (Informationen 1/2 zu Bild 1)
   
Das Leid mit nostalgischen Brücken (Quelle)

Wo viel Wasser ist, da sind auch Brücken. Besonders ärgerlich ist es, wenn die eine oder andere auf einmal nicht mehr da ist. Und wenn man mal wieder über eine fährt, sollte man sich vor Augen führen, dass heutzutage der Besitz von Brücken einfach nur teuer ist. Groß Köris kann ein Lied davon singen. Früher war das einfacher: Ein Brückenwärter erhob einfach Wegezoll und mit den Einnahmen konnte das Bauwerk instand gehalten werden und ein paar Groschen blieben auch noch über.

Rankenheimer Brücke
Parallel zur Autobahn A 13 führt in Groß Köris die Rankenheimer Straße. Von Berlin kommend liegt rechts der Zemminsee und links der Schulzendorfer See, die durch einen Kanal verbunden sind. Über diesen Kanal, dem Dolingraben, führt die Rankenheimer Brücke mit einer Spannweite von immerhin 22 Metern. Seit September 1999 ist die Brücke gesperrt und wird nun neugebaut. Das wird auch Zeit. Denn in den letzten Kriegstagen wurde die alte Brücke 1945 von deutschen Soldaten gesprengt. In den fünfziger Jahren wurde dann als Übergangslösung eine Holzbrücke errichtet. Von Provisorien sagt man, sie würden am längsten halten. Und richtig, die Holzbrücke hat fast ein halbes Jahrhundert überstanden! Zum Leidwesen der Gemeinde gehört die Brücke ihr. Gern wäre sie die losgeworden. Am liebsten an das Wasser- und Schiffahrtsamt, denn schließlich ist der Kanal eine Bundeswasserstraße. So schwärmten die Mitarbeiter von Gemeinde und Amt aus und suchten in Archiven und Bibliotheken nach einer Urkunde, die beweisen sollte, dass ihr Eigentum nicht das ihre wäre. Doch Fehlanzeige: Niemandem ließ sich das Bauwerk unterschieben. So hat jetzt die Gemeinde mit finanzieller Unterstützung durch den Landkreis in den saueren Apfel gebissen und baut – kein Provisorium. "Reinkommen" wird das Geld wohl nicht, denn Brückenwärter scheinen ja ausgestorben zu sein, oder?