Auf dem Reitweiner Sporn (Informationen 1/3 zu Bild 46)
   
Reitwein (Quelle)

Reitwein – "Perle des Oderbruchs"
Auch Reitwein gehört zu den alten Dörfern im Oderbruch. Es wird wegen seiner idyllischen Lage oft als "Perle des Oderbruchs" bezeichnet. Reitwein (der Name ist wahrscheinlich abgeleitet von dem slawischen Wort Rutewina=Weg durch den Morast) war bis zur Trockenlegung des Oderbruchs unter Friedrich dem Großen ein Fischerdorf. Erst danach entwickelte sich das Dorf mit seinen fruchtbaren Feldern zum Bauerndorf. Reitwein war vom 16. bis 19. Jahrhundert im Besitz der Familie von Burgsdorf und kam 1848 in den Besitz des Grafen Rudolf Finck von Finckenstein. Die Nachkommen der Familie wurden nach 1945 enteignet. Reitwein gehört heute zum Amt Lebus. Reitwein war ehemals selbständiger Sitz eines Pfarramtes, gehört aber seit 1966 zum Evangelischen Pfarramt Podelzig. In Reitwein wohnen 544 Menschen, davon 268 Männer und 276 Frauen (Angaben: Ende 1998). Ungefähr 180 Einwohner gehören der Evangelischen Kirche an.

Das Dorf
Reitwein liegt etwa 3 km abseits der B 112, auf der man - von Frankfurt (Oder) über Lebus und Podelzig kommend - kurz hinter Hathenow und noch vor Rathstock nach rechts abbiegen muss. Reitwein ist bekannt durch den Heiratsmarkt, der jährlich am Wochenende nach Pfingsten stattfindet und etwa 5.000 Menschen anlockt. Die im Krieg und in der Nachkriegszeit schwer beschädigte Kirche wurde 1856-1859 durch den königlichen Hofbaumeister Friedrich August Stüler auf den Fundamenten einer früheren Kirche gebaut und erhebt sich auf halber Höhe des Reitweiner Sporns. Seit der historisch getreuen Wiederherstellung des Kirchturms ist sie bereits von weitem zu sehen. Durch den im Reitweiner Forst befindlichen Shukow-Bunker, von dem aus die Schlacht um die Seelower Höhen geleitet wurde, und durch den Soldatenfriedhof mit über 3.000 gefallenen Soldaten der Roten Armee ein Ort von besonderer geschichtlicher und touristischer Bedeutung.