Begegnung mit der Alten Oder (Information 1/7 zu Bild 1)
   
Wriezens einstige Bedeutung als Station des Fernhandels ergab sich aus seiner Lage an der alten Oder, an der die von Köpenick und Lebus aus nach Pommern laufenden Straßen zusammentrafen. Zugleich entwickelte sie sich zum Markt- und Handelszentrum des Oderbruchs, an dessen Rand sie liegt. Mit der kurfürstlichen Order von 1622 im Hintergrund, daß die umliegenden Bruchdörfer ihre Fische nur in Wriezen zu verkaufen hätten, blieb der Fischmarkt der Stadt bis ins 19. Jahrhundert der wichtigste der Provinz Brandenburg. Zu einschneidenden Veränderungen der städtischen Wirtschaft führten die Verlegung des Oderlaufes und die nachfolgende Urbarmachung des Oderbruchs (ab 1747), wobei Wriezen seine Rolle als wichtigster Markt des bald überaus fruchtbaren Oderbruchs noch längere Zeit bewahren konnte.

Die Selbstdarstellung der Stadt im Internet (Quelle):

»Am Rande des Oderbruches gelegen ist Wriezen einmal wohl als Fischerdorf entstanden und wurde im Jahre 1247 zum erstenmal urkundlich als "oppidum Wrezne" erwähnt (oppidum: lateinisch Kleine Stadt, Landstadt). Das alte Wappen und die Dienstsiegel, aber auch das im Jahre 1987 eingeführte Wappen, zeigt den askanischen Adler, der auf Markgraf Albrecht den Bären hinweist. Dieser führte seit 1157 den Titel "Markgraf von Brandenburg". In der Folgezeit entwickelte sich die Stadt in mehreren Etappen, wobei die günstige Lage an uralten Handelsstraßen und dem Wasserweg der Oder die entscheidende Rolle spielte. Dieser städtische Charakter war schon spürbar, bevor Wriezen im Jahre 1337 durch Markgraf Ludwig den Älteren das Stadtrecht erhielt. Das zeigte sich besonders auch in den Handelsbeziehungen zu den anderen Hansestädten. So diente das alte gotische Rathaus damals auch als Verkaufsstätte. Eiserne Elle und eiserner Fisch, an der Außenwand angebracht, mahnten uns an den richtigen Gebrauch von Maß und Gewicht. Der Getreidehandel hatte eine besondere Bedeutung. Vorwiegend aus der Uckermark wurde das Getreide im bewaffneten Geleit zum Schutz gegen räuberische Überfälle auf großen Frachtwagen herangeschafft.